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Bier des Monats: Michl Oster Festbier

Am nördlichen Stadtrand von Kempten im Allgäu braut Michael Klein in seiner Ein-Mann-Brauerei in der letzten und einzigen Braustätte der Stadt. Aktuell gibt es sein Oster Festbier.


Optisch ist das Oster Festbier eine wahre Pracht. Farblich sortiert es sich irgendwo zwischen Bernstein, Kastanienbraun und Kupfer ein. Im Licht hat es deutliche orangerote Reflexe. Obwohl es unfiltriert ist, wirkt es beinahe klar. Die cremefarbene Schaumkrone rundet die Schönheit gekonnt ab.


In die Nase steigen schwere, malzige Aromen, Erdbeermarmelade und Zwetschgen. Beim ersten Schluck zeigt sich zunächst ein schlankes Bier mit deutlicher Hopfenbittere und sehr fein eingebundener Kohlensäure. Erst im zweiten Eindruck kommen milde, brotige Aromen aus ihrem Versteck. Die beerige Fruchtigkeit und die Malzsüße halten sich im Hintergrund, geben dem 5,5 Prozent starken Bier aber eine ganz interessante Komponente.


Im Abgang ist es vorbei mit der Lieblichkeit: Leichte Röstnoten sorgen ebenso für Herbe wie ein krautig-würziges Hopfenaroma, das sich im Nachgeschmack zu einer Zitrusbittere entwickelt.


Das Oster Festbier aus Kempten überrascht in vielerlei Hinsicht: Es ist wunderschön, passt aber optisch nicht so recht in den nahenden Frühling. Im ersten Eindruck würde es eher in die Weihnachtszeit passen, doch nach und nach wird es durch seine Kontraste sehr spannend und passt doch gut in die bunten Ostertage. Hintenraus macht es mit deutlicher Herbe nochmal klar, dass hier ein Festbier und kein Leichtgewicht im Glas steckt.


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