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Bier des Monats: Pfesch 6²/4+

Ob es kompliziert wird, wenn ein Bier eine mathematische Formel als Namen trägt? 6²/4+ ist das Starkbier der oberösterreichischen Kleinst- und Bauernhofbrauerei Pfesch. Das Ergebnis der Rechenaufgabe ergibt 9, die Mindestmenge Alkohol. Wie das in kleinen Brauereien halt so ist, lässt sich das nicht immer genau gleich wiederholen. Darum das Plus-Zeichen. Bei der Charge, aus der meine Flasche stammt, hat die Gärung scheinbar richtig gut geklappt: Stolze 10,7 Prozent Alkohol hat das Bier aus dem Innviertel.


Das Starkbier ist mahagonifarben und trüb, bedeckt von einer lebhaften, cremefarbenen Schaumschicht, die sich rasch verabschiedet. Im Licht schimmert ein tiefes Rot aus dem Glas. Der Geruch erinnert nicht an süße Traube-Nuss-Schokolade. Er ist süße Traube-Nuss Schokolade. Herrlich weiche, dezente Röstaromen, die zu halbdunkler Schokolade führen, gepaart mit schweren Noten von getrockneten dunklen Beeren, Trauben und dunklem Steinobst.


Der Antrunk ist weich, fast schon geschmeidig. Für ein Bier mit über 10 Prozent Alkohol ist das Gebräu aus Treubach erstaunlich ausgewogen. Natürlich bringt es viel Körper und und volles Mundgefühl mit, dennoch wirkt es nicht dick oder mastig. Die Kakaonoten bestehen weiter, werden durch eine feine Nussigkeit ergänzt. Die dunklen Trockenfrüchte entfalten durch eine Nuance von Alkoholgeschmack eine tolle Eleganz.


Insgesamt ist das 6²/4+ ziemlich weit auf der süßen Seite unterwegs, typisch Doppelbock. Weder Hopfenherbe noch bittere Röstaromen schlagen großartig durch. Auch der Abgang gestaltet sich weich und süß, kurz vor der Grenze zu klebrig. Im Nachgang zeigt sich nochmal die Traube-Nuss Schokolade, die schon ganz am Anfang in der Nase für Furore gesorgt hat. Gar nicht kompliziert, aber extrem gut!

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