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Vertikalverkostung: BRLO Berliner Weisse

Bei einer Vertikalverkostung werden verschiedene Jahrgänge beziehungsweise verschieden alte Exemplare des gleichen Bierstils probiert und miteinander verglichen. Spannend kann das immer sein, besonders viel Sinn macht es aber mit lagerfähigen Bieren, die sich im Reifeprozess - im Idealfall positiv - verändern.


Sauerbiere wie die Berliner Weisse sind dafür besonders geeignet, da in der Regel die Säure nachlässt und die Hefe mit steigender Zeit zusätzliche Aromen ins Bier bringt. Ich habe drei verschieden alte Berliner Weisse von der Berliner Brauerei BRLO miteinander verglichen.


Das Jüngste: MHD Januar 2028, ca. 6 Monate alt

Hell strohgelb und klar, in der Nase nach dünnem Traubensaft. Im Mund setzt sich der nun recht süße Saft von hellen Trauben fort. Die Säure ist dezent, aber klar wahrnehmbar. Das Bier erinnert etwas an süßen Weißwein.


Das Mittlere: MHD Februar 2027, ca. 1,5 Jahre alt

Mit seinem Hellgold einen Tick dunkler geworden, ebenfalls klar. Frucht kommt nur noch minimal in die Nase. Die Säure hat nachgelassen, ebenso die Süße und die Fruchtigkeit. Das Bier ist deutlich vollmundiger geworden.


Das Alte: HMD April 2023, ca. 5,5 Jahre alt

Schon optisch eine klare Veränderung hin zu klarem, satten Gold. In der Nase Honiglikör und getrocknetes, helles Steinobst. Die Spritzigkeit ist etwas verloren gegangen, dafür ist das Bier nun im Mund sehr weich. Die fruchtigen Aromen gehen jetzt klar in Richtung Apfel. Säure ist quasi nicht mehr vorhanden. Die Berliner Weisse erinnert an einen runden, schweren Honigwein mit ganz wenig Orange im Abgang.

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