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Bier des Monats: Omaka Svartskog

Für das Bier im Monat April reisen wir gen Norden, genau gesagt nach Stockholm in Schweden. Hinter der Omaka Bryggeri steckt Hedda Spendrup aus der Familie der schwedischen Großbrauerei Spendrups. Hedda ist Schwedens jüngste Braumeisterin. Das Bier ist ein, da mein Schwedisch gleich Null ist, muss ich frei interpretieren, Stout mit 7 Prozent Alkohol. Gebraut mit dunklen Malzen, schwarzen Johannisbeeren, Himbeeren, Herkules-Hopfen und obergäriger Hefe. Es heißt Svatskog, was wohl so viel heißt wie Schwarzwald. Wir dürfen uns also auf eine flüssige Variante der Schwarzwälder Kirschtorte freuen.


Das schwedische Bier ist tiefschwarz mit einer blasendurchwachsenen, cremefarbenen Schaumschicht. Der Geruch ist nicht besonders intensiv, erinnert aber tatsächlich leicht an dunkle Schokolade mit roten Beeren. Mit Blick auf die Zutatenlisten macht das ja auch Sinn. Durch die frischen, fruchtigen Töne wirkt das Bier lieblich, was so gar nicht zur Optik passt.


Beim ersten Schluck dauert es einen Moment, bis sich die Aromen auf der Zunge sortiert haben. Die Säure der Himbeeren und vor allem der Johannisbeeren deutet sich kurz an, wird aber von einer Süße geschlagen, die die Fruchtaromen sehr schön unterstreicht. Im Gegensatz dazu stehen die herben Röstaromen des dunklen Malzes, die leider etwas mit den Beeren kollidieren. Was fehlt, ist die Schokoladigkeit, die man beim Thema Torte erwarten würde.


Zunge und Gaumen gewöhnen sich an die Röstaromen, was die Bitternoten etwas nach hinten treten lässt und noch mehr Raum für den deutlichen Geschmack von Himbeere und Johannisbeere lässt. Sogar die Säure kommt mehr und mehr durch.


Im Abgang lässt die Säure kurz die Backen zusammenziehen, dann kriegen die bitteren, holzigen Röstaromen ihren letzten Aufritt. Diese legen sich dann auch schwer auf Zunge und Gaumen, während ganz hinten am Gaumen die schwarzen Johannisbeeren noch ihr sauer-fruchtiges Spiel treiben.


Ein spannendes Bier, das von seiner überraschenden Kombination aus schwarzer Optik bei fehlenden Kaffee- und Kakaoaromen und den sehr deutlichen Beerennoten lebt. Eigentlich sogar ein sehr gutes, kreatives Bier, das leider mit der Schwarzwälder Kirschtorte die falschen Erwartungen legt. Aber vielleicht schmeckt die in Schweden anders.



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